Zuletzt waren die Basler regelmässige Gäste in der PILATUS ARENA. Zwar hielten sie jedes Mal gut mit, mussten der Tormaschinerie der Krienser aber im Verlauf des Spiels Tribut zollen. Gegen diesen HCKL reicht es nicht, nur gut mitzuspielen, sondern es müssen viele Tore geworfen werden. Mit 73 Toren im Schnitt bietet diese Affiche mehr Offensivunterhaltung als sonst ein Duell in der QHL. Ist das Eintüten des Halbfinaltickets somit reine Formsache? Mitnichten. Trotz aller Zuversicht warnt Trainer Thomas Zimmermann vor einer guten Basler Mannschaft: «Sie haben diese Saison bewiesen, dass sie auch vermeintlich bessere Mannschaften schlagen können.» Die Basler stehen mit dem Rücken zur Wand und eine Niederlage würde das vorzeitige Saisonende bedeuten.
Das Team funktioniert
Wer das Abschlusstraining der Krienser miterlebt hat, zweifelt nicht am Ausgang des dritten Aufeinandertreffens. In der PILATUS ARENA geht es an diesem trüben Dienstagnachmittag zur Sache. Eines fällt sofort auf, die Spieler sind im Kampfmodus, ein Schlendrian ist nicht auszumachen.
Ein kurzes Fussballspiel zum Aufwärmen. Es wird gelacht und gejubelt, aber auch hier gilt Ehrgeiz. Das Trainerteam schaut genau hin, erkennt, wer sich ins Zeug legt oder eben nicht. «Was soll das? Nicht bremsen, weiter.» Spätestens als die Handbälle auf der Platte liegen, ist der Fokus der Spieler beim Mittwochspiel. Unter Anleitung von Gorazd Skov werden die Torhüter intensiv warm geschossen. Der Torhütertrainer verlangt von den Schützen Disziplin und aktives Mitdenken, wer einen falschen Laufweg wählt, wird sofort gemassregelt. «Nein, Aussentäuschung und kurzes Eck!» Handball ist ein kreativer Sport, der von Überraschungsmomenten lebt und doch sind Systemtreue und Automatismen eminent wichtig. Das Team funktioniert, das ist ganz offensichtlich. Man neckt sich, lacht, pusht und packt ordentlich zu. Es gibt keine Diven. Selbst die verletzten Spieler trainieren in der Halle individuell, sie wollen beim Team sein und dazugehören. Gleiches gilt beim Trainerteam. Thomas Zimmermann und sein Assistent beraten sich laufend, dann greift Michael Draca unverhofft ein und korrigiert.
Furchteinflössende PILATUS ARENA
Die Spieler kennen den Trainingsbetrieb und vieles läuft automatisch. Jeder weiss, was er zu tun hat und doch braucht es Ansagen. Kleine Korrekturen im Verteidigungsverbund, Verbesserungen in den Laufwegen. Man kennt den Gegner Basel gut und das Abschlusstraining zeigt deutlich, dass die Mannschaft vorbereitet ist. Die Zuversicht ist auch dem Abwehrhünen Gino Delchiappo anzusehen. «Natürlich ein Sieg.» Für das Krienser Urgestein ist der Ausgang des Mittwochspiels klar. Trotz grosser Verletzungssorgen existiert im Training keine Schonung. Es geht hart zur Sache und jeder Wurf wird mit maximalem Torhunger ausgeführt. Selbst bei dezimiertem Kader wird um Einsatzminuten gekämpft und jeder will sich fürs Spiel aufdrängen.
«Ich bewundere diese imposante Halle jedes Mal, wenn ich hier hineinkomme. Einfach grandios.», sagt Sportchef Nik Tominec und blickt in das Rund der Tribünen. Selbst mit leeren Rängen strahlt diese Arena etwas Eindrückliches, gar Faszinierendes aus. Hier zu trainieren ist anders. Besser. Es kann nicht mit einem Training in der alten Krauerhalle verglichen werden. Es ist alles ein Stück majestätischer und man kommt nicht drum herum, an eine römische Arena mit Gladiatoren zu denken.
Unterdessen wird in verschiedenen Angriffs- und Verteidigungsformationen geübt. Es sind keine guten Nachrichten für die Gäste aus Basel, dass die Mannschaft ganz offensichtlich auch in der Deckung zur Stabilität gefunden hat, während der Angriffsturbo munter weiter rollt. Die überraschenden Momente, die den Handball so attraktiv machen, blitzen immer wieder auf. Trickwürfe, Kempas, mirakulöse Torhüterparaden und Zauberpässe. Die Spieler sind ausnahmslos mit viel Selbstbewusstsein gesegnet. Das ist auch nötig, denn bereits am Mittwochabend sind die Ränge in der PILATUS ARENA nicht mehr leer. Sie wird mit 2000 erwartungsvollen Zuschauenden gefüllt und sehr laut sein. Wer nach einem Fehlwurf allein zurückrennen muss, fühlt sich wie auf dem Weg zum Schafott. Das ist nichts für schwache Nerven. Selbst die jungen Spieler kennen diese atemberaubende Atmosphäre mittlerweile und nutzen sie zum eigenen Vorteil. Diese Arena ist bereits jetzt zu einer Krienser Festung geworden und flösst den Gästen eine grosse Portion Respekt ein. Will der RTV Basel hier bestehen, muss er nahezu ein Wunder vollbringen und sicher mehr als 40 Tore erzielen, ansonsten wird der HC Kriens-Luzern als Sieger von der Platte gehen und damit die Viertelfinal-Serie für sich entschieden haben.
Tickets
Das Heimspiel gegen den RTV Basel vom Mittwoch, 15. April beginnt um 19:15 Uhr in der PILATUS ARENA. Türöffnung ist um 17:45 Uhr.
Tickets gibt es hier: https://www.ticket-onlineshop.com/ols/hckl/de/einzeltickets/channel/shop/index
Das Spiel kann ebenfalls auf Red+ gestreamt werden
Autor: Martin Kaufmann





