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21. Oktober 2026

Knappe Niederlage im CL-Krimi

Der HC Kriens-Luzern verliert gegen Industria Kielce nach einem hart umkämpften Spiel mit 30:32.

Im entscheidenden Vorrundenspiel um den zweiten Tabellenrang der Champions League Gruppe F zeigten die Krienser eine starke und kämpferische Leistung, mussten sich dem abgeklärten Favorit aus Polen aber beugen. Mit dieser Niederlage verpasst der HCKL den Aufstieg in die Hauptrunde.

Die Affiche erzeugte bereits im Vorfeld einiges an Spannung. Zuletzt zeigte sich der HC Kriens-Luzern in der Champions League von seiner besten Seite. Die beiden Siege gegen Kolstad bedeuteten, dass sich der HC Kriens-Luzern noch voll im Rennen um den Aufstieg in die Hauptrunde der besten zwölf europäischen Teams befand. Bereits ein Sieg mit zwei Toren sollten dafür reichen. Mit dem polnischen Industria Kielce wartete aber nicht irgendein Gegner, sondern eines der stärksten Champions League Teams der letzten Jahre. Kein Wunder also vermeldete der Platzspeaker bereits vor dem Spiel eine volle Pilatus Arena.

Bis auf Marko Milosavljevic konnte Andy Schmid auf das ganze Kader zurückgreifen. Die Krienser starteten mit sieben Angreifern und wechselte Spielmacher Jonas Schelker mit Torhüter Kristian Pilipovic. Dafür standen Marin Sipic und Lukas Herburger am Kreis.

Knapper Pausenrückstand

Nils Epp eröffnete mit einem sehenswerten Flügeltreffer schon früh das Skore. Der HCKL legte einen überzeugenden Start hin und lag nach zehn Minuten mit 7:5 in Front. Insbesondere Jerome Müller (6) und Mykola Bilyk (5) zeigten sich treffsicher. Es sollte die letzte Führung der ersten Hälfte - sogar des ganzen Spiels - sein, denn die Gäste aus Kielce liessen sich nicht abschütteln und konnten das Spiel drehen. Die Krienser forcierten weiterhin ihr Spiel mit sieben Angreifern, scheiterten in dieser Phase aber wiederholt am prächtig aufgelegten Dejan Milosavljev im Tor von Kielce und lagen nach 21 Minuten mit drei Toren im Hintertreffen (10:13). Andy Schmid sah sich zu einem ersten Timeout gezwungen. Sofort war der HCKL wieder da und konnte im Angriff über starke Kreisspiele die Aufholjagd starten. Zwar bekundete die Verteidigung noch etliche Probleme mit den agilen Polen, doch stabilisierte sich diese auch dank dem vorübergehenden Torhüterwechsel auf Moreno Car zusehends. Der HC Kriens-Luzern war mit dem 17:19  Pausenrückstand weiterhin auf Schlagdistanz.

Spielentscheidende rote Karte

Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel ausgeglichen. Kristian Pilipovic zeigte in dieser wichtigen Phase gleich mehrere Big-Saves, sodass nach 35 Minuten durch Marin Sipic (8) der Ausgleich erzielt werden konnte (21:21). Nun ging es Schlag auf Schlag, bis eine unglückliche Verteidigungsaktion von Jerome Müller nach Konultation des Video-Beweises mit der roten Karte bestraft wurde. Von nun an standen die Krienser vor einer Mammut-Aufgabe, doch sie steckten nicht auf und bissen sich in die Schlussphase. Nach einer Riesenparade von Kristian Pilipovic wachte die Pilatus Arena endgültig auf. Leider liessen sie zu viel liegen, weil sich der Krienser Angriff an der flinken, aufsässigen Deckung von Kielce und insbesondere an Dejan Milosavljev im Tor die Zähne ausbiss. Wer glaubte, dass der drei Tore Rückstand nach 50 Minuten bereits die Entscheidung bedeutet, sah sich getäuscht. Mit dem Rücken zur Wand und eine euphorisierte Arena die pausenlos antrieb, gelang innerhalb weniger Minuten der erneute Ausgleich. Was sich nun abspielte war Nervenkrimi pur. Die 2-Minuten-Strafe gegen Moritz Oertli wegen eines Gesichtstreffers kurz vor Schluss sollte eine zu grosse Hypothek sein, sodass Industria Kielce das Spiel mit 30:32 für sich entschieden konnte.

Die Krienser Handballer zeigten an diesem Champions-League-Abend einen kämpferischen und attraktiven Auftritt. Sie waren bis zuletzt nahe, sehr nahe dran am grossen Coup gegen Industria Kielce. Die europäische Reise ist damit aber nicht zu Ende, im Frühjahr geht es in den Playoff’s der European League weiter. 

Bester Torschütze auf Krienser Seite war mit 8 Treffern Marin Sipic: „Ich bin traurig, weil wir nur knapp an diesem Spitzenteam scheiterten. Wir sind zum ersten Mal in der Champions League dabei und zeigen, dass wir auch gegen solche Gegner mithalten können.“

Telegramm

HC Kriens-Luzern - Industria Kielce 30:32 (17:19)

PILATUS ARENA Kriens-Luzern | Zuschauerzahl 4‘060 | SR Konjicanin A. / Konjicanin D (BIH) / Pavicevic (SER)

v.A. HC Kriens-Luzern

Car (25%) Pilipovic (32%); Zimmermann (0), Aellen (0) Wolfisberg (2), Fuchs (0), Epp (2), Oertli (1), Schlumpf (1), Sipic (8), Bader (0), Schelker (3), Herburger (2), Jerome Müller (6), Justin Müller (0), Bilyk (5), Idrizi (0)

Bemerkungen 

HCKL ohne Milosavljevic (rekonvaleszent)

Matchcenter

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Photo 

Richi Brandenberger (Symbolbild)